Archiv für August 2010

Passivität – eine neue Form des Vandalismus?

Donnerstag, 12. August 2010

Wenn es nach den Lengnauer Notizen geht, dann wird seit zwei Ausgaben kontrovers diskutiert, ob Passivität eine Form des Vandalismus ist. Dazu die Aussage unseres Gemeindepräsidenten, welcher die passiven Vandalen umschreibt: “Das sind jene Leute, die nicht aktiv etwas zerstören, aber aus welchen Gründen auch immer für die Renovation ihrer Liegenschaft zehn, zwanzig oder noch mehr Jahre brauchen. Dazu kommen noch all jene, die ihre Häuser einfach unbewohnt zerfallen lassen und über Jahrzehnte keinen Nagel einschlagen.” Diese, wie sich nun herausstellt, offenbar gewagte Aussage führt zu einer kontroversen Diskussion in Lengnau. Ein Leser hierzu: “Dass nun Hausbesitzer in Lengnau öffentlich mit kriminellen Tätigkeiten in Verbindung gebracht werden, ist nicht die Aufgabe des Gemeindepräsidenten.”

Also stellt sich mir nun die Grundsatzfrage: Ist Passivität eine Form des Vandalismus? Unsere Gemeinde investierte in den vergangenen Jahren in grossem Umfang Mittel, um das Dorfzentrum sowie den Strassenraum und die öffentlichen Gebäude aufzuwerten. Klar gibt es auch seitens Einwohnergemeinde Verbesserungspotenzial – generell können beliebig viele Mittel in optische Aufwertungsmassnahmen investiert werden, denn es gibt immer etwas zu “verschönern”. Doch ist es zweckslos, wenn die öffentliche Hand in solche Massnahmen investiert, wenn daneben Dauerbaustellen sowie verwahrloste, zerfallende Gebäude bestehen bleiben. Denn damit bleibt Lengnau höchstens für Billig-Wohnraum-Suchende attraktiv – leider mit einer ausserordentlich hohen Sozialhilfequote.

Es geht daher meiner Meinung nach nicht darum, dass die passiven (Liegenschafts-)Vandalen im strafrechtlichen Sinn kriminalisiert werden. Einziges Ziel ist, dass sich auch die privaten Liegenschaftsbesitzer ihrer Verantwortung für Lengnau bewusst werden und entsprechende Massnahmen ergreifen – und das die Politik diejenigen, welche das Unterlassen, mit Nachdruck ermahnt. Denn sonst würde sich ja aufgrund der politischen Passivität in dieser Sache die Frage stellen lassen: Ja sitzen denn im Gemeinderat nur noch Vandalen?

Ist die Passivität einiger Lengnauer Liegenschaftsbesitzer Vandalismus?

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Engagieren wir uns für unsere Schweiz!

Sonntag, 01. August 2010

Ganz ehrlich: Ich habe mich lange auf den heutigen ersten August gefreut! Ein Tag, an welchem wir unsere Schweiz feiern. Ein Tag, an welchem wir unsere tiefe Dankbarkeit gegenüber einem grossartigen Land ausdrücken dürfen, welches uns so viele Möglichkeiten eröffnet, unser eigenes Potenzial in jeder Hinsicht zu verwirklichen – und uns so viele Sicherheiten gibt, wenn wir bei unseren Versuchen fallen. Ich bin stolz, Teil dieses Landes zu sein!

Der erste August ist aber für mich persönlich auch ein Tag, inne zu halten und die aktuellen gesellschaftlichen Gegebenheiten kritisch zu würdigen – denn ich will nicht, dass das erfolgreiche Projekt Schweiz ins Stocken gerät, oder in einer weiteren Etappe gar zu scheitern droht. Unser Wohlstand – und nicht nur in materieller, sondern auch geistiger Hinsicht – ist nicht garantiert! Und genau hier orte ich ein grosses Problem unserer westlichen Gesellschaft: “Ich habe Anrecht darauf! Der Staat soll mir garantieren!” – und letztlich auch gewährleisten, dass jeder einzelne an einem idealisierten Lebensstandard partizipieren kann.

Leider verkommt es immer mehr zur Gewohnheit, eigene Ansprüche und Bedürfnisse ins Zentrum des Handelns zu stellen – und nicht das individuelle Engagement für eine erfolgreiche Schweiz. Überbordende Sozialausgaben, steigende Sockel- und Langzeitarbeitslosigkeit und der Mangel an qualifizierten Fachkräften sind meines Erachtens Ausdruck einer gesteigerten Anspruchshaltung, mit welcher zugleich ein Mangel an Einsatzbereitschaft einhergeht.

Statt mit dieser Anspruchshaltung an einem ständig steigernden Lebensstil nachzueifern, ohne dabei die notwendige Einsatzbereitschaft an den Tage zu legen und dem Staatsbankrott entgegen  zu laufen – Griechenland hat das ja bereits vorgemacht -, ist Engagement für unsere Schweiz gefragt! Fordern wir das daher auch konsequent von uns und unseren Mitmenschen, welche von unserem erfolgreichen Projekt Schweiz in irgendeiner Weise Gebrauch machen. Denn unsere Schweiz ist es wert!